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Lösungen für Pflegefachkräftemangel aufgezeigt

Zukunft Pflege – Wo geht es hin ? Darüber sprachen beim Parlamentarischen Abend unter anderem Vertreter von Gewinet, der Hochschulen und der Politik.

Die Region Osnabrück hat wegweisende Maßnahmen ergriffen, um dem Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen zu begegnen. Diese haben die Präsidenten der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Wolfgang Lücke, und der Hochschule Osnabrück, Prof. Dr. Andreas Bertram, gemeinsam mit Erstem Kreisrat Stefan Muhle, Klinik-Geschäftsführer Dr. Michael Böckelmann und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf in Hannover beim Parlamentarischen Abend von Gewinet Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt und Landespolitikern vorgestellt.

Rundt lobte die zukunftsweisenden Ansätze der Region Osnabrück und sprach ihnen Modellcharakter für andere Regionen in Niedersachsen zu. Dazu gehöre es, Pflegende in ihrem Beruf zu halten und diesen attraktiver zu machen. Das gelinge unter anderem durch ein umfassendes Angebot an Aus- und Weiterbildung, wie es Osnabrück im Rahmen des Gesundheitscampus auf den Weg gebracht habe.

Dieser sei in seiner Form bundesweit eine Besonderheit, unterstrich Prof. Dr. Lücke: Es gebe hier viele etablierte Studiengänge in den Gesundheitsberufen, aber auch eine bundesweit anerkannte Forschung. Prof. Dr. Bertram kündigte einen weiteren Ausbau an, da es künftig noch stärker als bisher um die Erforschung von Möglichkeiten für die Patientenversorgung im ländlichen Raum gehe.

IHK-Hauptgeschäftsführer Graf betonte, dass der Pflegekräftemangel ein regional zu lösendes Problem sei. Krankenhäuser könnten anders als Unternehmensteile nicht einfach ins Ausland verlagert werden. Er sah eine der Chancen in der Digitalisierung mit einer leistungsstarken Breitbandinfrastruktur als Voraussetzung. In diese Richtung argumentierte auch Erster Kreisrat Muhle, der eine stärkere Vernetzung aller an der Pflege Beteiligten als wichtige Aufgabe nannte, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Eine Studie des Landkreises Osnabrück habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der befragten Betriebe aus der Gesundheitswirtschaft Probleme hat, Fachkräfte zu finden. Hier solle intensive Kooperation helfen.

„Wir können uns das Personal nicht gegenseitig abspenstig machen“, betonte auch Dr. Michael Böckelmann, erster Vorsitzender von Gewinet und Geschäftsführer der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde: „Wir müssen unsere Pflegekräfte hier in der Region gemeinsam ausbilden und ihnen ein vernünftiges Leben mit ihrer Familie ermöglichen.“

Wie schwierig es oft ist, Pflegende in ihrem Beruf zu halten, erläuterte Ministerin Rundt: Es sei ein erheblicher Ausstieg aus dem Beruf zu verzeichnen. Deshalb müsse es geeignete Arbeitszeitmodelle geben, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gesundheitsmanagement. Die Arbeitsverdichtung müsse reduziert werden, damit Arbeit in der Pflege wieder attraktiv werde. Vor allen Dingen müsse aber auch leistungsgerecht gezahlt werden. In diesem Sinne gebe es im Bereich der Pflege noch viel zu tun.