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Innovatives Telemonitoring für Patienten mit einem Herzunterstützungssystem

Die offizielle Auftaktveranstaltung der deutschen Projektpartner fand im Oktober 2015 in der Schüchtermann-Klinik statt.

 

Schüchtermann-Klinik hat Leitung im Projekt Medolution inne

 

Eine der zentralen Herausforderungen im Gesundheitswesen ist die individuelle und langfristige Begleitung von chronisch erkrankten Menschen. Das jetzt gestartete internationale und mit 14 Mio. Euro geförderte Projekt Medolution - Medical Care Evolution - will dieser Herausforderung mit einem umfangreichen Telemonitoring begegnen. In Medolution arbeiten verschiedene Partner aus den Ländern Deutschland, Frankreich, Türkei und Kanada gemeinsam an einer technisch gestützten Fernüberwachung von Patienten. Das deutsche Teilprojekt unter der Leitung der Schüchtermann-Klinik nimmt dabei besonders Patienten mit einem Herzunterstützungssystem, umgangssprachlich auch Kunstherz genannt, in den Fokus.

„Aufgrund der Knappheit von Spenderherzen werden heutzutage immer mehr dieser mechanischen Pumpen implantiert, oft auch als Dauerlösung“, erläutert Prof. Dr. Nils Reiss, Projektkoordinator in der Schüchtermann-Klinik. Sie haben das Ziel, Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz wieder ein möglichst normales Leben führen zu lassen. In der Schüchtermann-Klinik werden die Patienten von der Implantation des Systems bis zur Rehabilitation und Nachsorge umfassend und integriert versorgt. Um auch zuhause eine angemessene medizinische Unterstützung zu gewährleisten, ist die Einführung eines umfassenden und IT-gestützten Telemonitorings notwendig.

Das Telemonitoring-System soll neben Funktionen zur Datenerfassung, Vitalwerte- und Alarmüberwachung auch Steuerungsfunktionen zur optimierten Gerätekonfiguration des Herzunterstützungssystems und Notfallmaßnahmen enthalten. Durch die Überwachung auf Distanz sollen mögliche Probleme früh erkannt, Komplikationen reduziert und erneute Krankenhausaufenthalte vermieden werden. „Ein weiterer Vorteil, besonders für Patienten in ländlichen Gebieten, ist, dass sie seltener zu den routinemäßigen Kontrollen in der Klinik kommen müssen“ berichtet Prof. Dr. Reiss.

Im Projekt Medolution werden die softwaretechnischen Voraussetzungen für diese neuartige medizinische Anwendung geschaffen. Hierzu entwickeln die deutschen Projektpartner, zu denen neben der Medizinischen Hochschule Hannover auch IT-Unternehmen und Hochschulen gehören, sogenannte Big Dependable Systems (BDS). In diesen Systemen werden verschiedene Techniken wie Sensoren, Mobilfunk- und Cloud-Dienste sowie Big-Data-Verarbeitungen so vereinigt, dass der Träger eines Herzunterstützungssystems optimal überwacht werden kann.

„Diese Form des Telemonitorings ist bislang einzigartig und innovativ, könnte aber langfristig bei ständig wachsenden Patientenzahlen zu einem Standard werden. Daher ist es für den Standort Deutschland von hoher Relevanz, in dieser Pionierzeit maßgeblich mitzuwirken“, ergänzt Dr. Michael Böckelmann, Geschäftsführer der Schüchtermann-Klinik.

Das deutsche Teilprojekt hat ein Projektvolumen von 4,8 Mio. Euro, wird mit 3,15 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft bis Ende 2018.