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Jeder kann etwas zur Vorbeugung eines Herzinfarktes tun

Dr. Godehard Wittig, Ursula Beckermann und Dr. Ulrich Blacha (von links)

Dr. Ulrich Blacha und Dr. Godehard Wittig informierten in der Schüchtermann-Klinik

Jeder kann etwas zur Vorbeugung eines Herzinfarktes und der Koronaren Herzkrankheit  tun. Das war eine der Botschaften, die die Oberätzte Dr. Ulrich Blacha und Dr. Godehard Wittig in ihren Vorträgen anlässlich der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde vermittelten.

In seiner Einführung hatte Chefarzt Prof. Dr. Joachim Thale darauf aufmerksam gemacht, dass der Herzinfarkt immer noch die Todesursache Nummer eins in Deutschland sei. Deshalb könne die Vorsorge nicht hoch genug bewertet werden.

Ursula Beckermann von der Deutschen Herzstiftung berichtete, dass ihre Einrichtung vielfältige Informationen zu Vorbeugungsmöglichkeiten bereithalte. Die Stiftung sei das Bindeglied zwischen Arzt und Patient. Sie setze auf umfassende Aufklärung und unterstütze unter anderem bei der Gründung von Selbsthilfegruppen.

Dr. Ulrich Blacha ging in seinem Vortrag auf die Diagnostik der Koronaren Herzerkrankung ein und stellte aktuelle Therapieverfahren mit Stents oder Bypass-Operation vor.

Schon im Jugendalter könne die Erkrankung auftreten und langsam fortschreiten, erläuterte er. Die Koronare Herzkrankheit sei bis zu 90 Prozent auf den heutigen oft ungesunden Lebensstil zurückzuführen. Eine akute Erkrankung mache sich häufig durch Brustenge und Atemnot bei Belastungen bemerkbar. Die Schmerzen könnten in den gesamten Brustbereich, den Oberbauch sowie in die Arme ausstrahlen. „Wenn derartige Symptome in Ruhe auftreten, besteht bei dringendem Infarktverdacht sofortiger Handlungsbedarf mit notfallmäßiger Aufnahme in der Klinik zur Abklärung und Akutbehandlung“, betonte der Mediziner.

Oberarzt Dr. Godehard Wittig stellte Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung und einer Änderung des Lebensstils vor. Beides sei für eine Stabilisierung des Behandlungserfolges nach Herzkathetereingriffen oder Bypass-Operationen von großer Bedeutung. Er empfahl, möglichst viele Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Bewegung sei das A und O. Hinzu komme eine ausgewogene Ernährung, die sich an der Mittelmeer-Kost orientiere und Fleisch sowie andere Produkte mit tierischen Fetten meide: „Basis jeder Behandlung ist ein gesunder Lebensstil.“ Risikofaktoren wie hoher Blutdruck oder Übergewicht könnten auf diese Weise minimiert werden. Eine falsche Ernährung, Nikotinkonsum und Bewegungsmangel unterstützten die Bildung von Ablagerungen (Plaques). Und diese seien für die Verengung von Blutgefäßen verantwortlich. Die Folge: Das Herz werde nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt und es komme zur sogenannten Angina pectoris, der oft ein Herzinfarkt folge.