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Ungewöhnliche Anerkennung

Herzinfarktpatient Günter Köhler aus Dissen (vorne rechts) bedankte sich bei den Pflegekräften der Schüchtermann-Klinik und allen Beteiligten der Rettungskette mit besonders gestalteten T-Shirts.

Vor einigen Wochen erlitt Günter Köhler aus Dissen einen schweren Herzinfarkt. Doch nun kann der 62-Jährige sein Leben mit der Familie wieder genießen. Das hat er der Zusammenarbeit aller Helfer zu verdanken. Den Beteiligten der Rettungskette sowie den Pflegern der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde überreichte er dafür jetzt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Danke/Lebensretter“. Sichtlich gerührt nahmen die Lebensretter diese ungewöhnliche Anerkennung in der Klinik entgegen.

Köhlers Angehörige wissen noch genau, wie die ganze Geschichte begann: Es war ein ganz normaler Sonntagabend in dem Dissener Mehrgenerationen-Haus, in dem Günter Köhler mit seiner Frau Wilma, seinem Sohn Rainer mit Ehefrau Tanja sowie deren Kindern wohnt. Plötzlich hörte Frau Köhler aus dem Schlafzimmer einen Knall, stürmte dorthin und sah ihren Mann am Boden liegen. Schnell rief sie ihren Sohn und ihre Schwiegertochter hinzu, die dann die 112 anwählte. Dort meldete sich Marion Michael von der Rettungsleitstelle des Landkreises Osnabrück. Per Telefon erklärte sie ruhig und sehr exakt, was zu tun ist, bis der Rettungswagen kommt.

Tanja berichtete, dass ihr Schwiegervater blau angelaufen und wimmernd auf dem Boden lag, keine Luft bekam. Er krampfte, war steif wie ein Brett. Marion Michael erläuterte am Telefon die Herzmassage. „Ich habe als Jugendlicher mehrere Erste-Hilfe-Scheine gemacht“, sagte Rainer später, „aber ohne die Anweisungen meiner Ehefrau und der Rettungsleitstelle hätte ich mir das nicht zugetraut.“

Um den Kreislauf seines Vaters aufrechtzuerhalten, habe er immer weiter massiert, bis dann der Ersthelfer des DRK sowie Rettungsdienst und die Notärztin Dr. Katrin Stroop fast gleichzeitig eintrafen. Sie legten die erforderlichen Zugänge und leiteten die sofortige Hilfe ein. Weil sein Herz ständig flimmerte, musste Köhler mehrfach reanimiert werden. Trotz der kritischen Situation entschied man sich für den sofortigen Transport in die Schüchtermann-Klinik.

Als der Patient nach einigen Wochen aus dem künstlichen Koma erwachte, erfuhr er, dass er sehr großes Glück gehabt hat und dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Hinzu kam, dass er innerhalb der vier Wochen Koma nicht nur den schweren Herzinfarkt erlitt, sondern in der Folge auch eine schwere Lungenentzündung, eine schwere Blutvergiftung und ein Nierenversagen.

Köhler war überwältigt, wie viele Menschen daran beteiligt waren, sein Leben zu retten und seine Heilung zu unterstützten: „Irgendwie wollte ich allen Beteiligten ein Dankeschön rüberbringen. Und da kam mir die Idee mit den T-Shirts.“

Ein Dankeschön gebe es auch von anderen Patienten, aber diese Form sei ein Novum, sagte Dr. Michael Böckelmann, Geschäftsführer der Schüchtermann-Klinik: „Ich freue mich, dass Sie diesen ungewöhnlichen Weg gegangen sind, um uns zu danken“, wandte er sich an den Patienten. Es sei lobenswert, dass die Rettungskette so gut funktioniert habe und der Einsatz aller Beteiligten nun gewürdigt werde. „Ein solches Dankeschön motiviert“, betonte auch Kreisrat Dr. Winfried Wilkens.