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Innovationspotentiale richtig erkennen und nutzen

Damit Neuentwicklungen zu Innovationen werden, die von möglichst Vielen genutzt werden und einen Mehrwert schaffen, braucht es eine klare Vorstellung darüber, was eine Innovation ist, und gezielter Maßnahmen, die zusammen als Innovationsmanagement verstanden werden.

eHealth, also die IT-gestützte interne und externe Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen einschließlich der Patienten, ist ein Sammelbegriff von komplexen Entwicklungen, die häufig mit Innovationen einhergehen. Dabei ist zu prüfen, ob diese Entwicklungen wirklich das Potenzial von Innovationen in sich tragen und wie ihre Einführung systematisiert und gesteuert werden kann. Stand heute wird der Begriff eHealth häufig unkritisch mit Innovation gleichgesetzt. 

 

Innovationsmanagement in Gesundheitseinrichtungen

Vor diesem Hintergrund hat sich der Forschungsschwerpunkt Pro INITIATIVE eHealth – Innovationen identifizieren, adoptieren, verankern, evaluieren das Ziel gesetzt, erstmalig eine auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende Methodologie für ein Innovationsmanagement zu entwickeln, zu validieren, zu erproben und in die Breite zu tragen. Diese Methodologie unterstützt die Prozesse Innovationspotenzial zu erkennen und zu quantifizieren, Gesundheitseinrichtungen bei der Adoption und Verankerung von Innovationen zu helfen und die endgültigen Ergebnisse der eHealth Innovation zu evaluieren.

 

IMaT als Kennzahlensystem und Werkzeugkasten

Diese Methodologie wird als Methoden-, Wissens- und Werkzeugkasten in Form des INITIATIVE Methodology and Toolkit (IMaT) umgesetzt. IMaT baut auf einem Innovations-Kennzahlensystem für eHealth Entwicklungen sowie für Gesundheitseinrichtungen auf, das im Laufe des Schwerpunktes entwickelt wird, und implementiert dieses. 

IMaT basiert auf einer wissenschaftlichen Grundlage: Es umfasst das Innovations-Kennzahlen-System, das unter Berücksichtigung der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität auf einer breiten empirischen Basis entwickelt wird, und nutzt Methoden der IT-Adoptions- und Diffusionsforschung, um Merkmale von Innovationen und Innovatoren statistisch zu ermitteln und innovationsfördernde Managementmethoden zu entwickeln und zu erproben.

 

Zahlreiche Partner mit dabei

Dass eHealth-Innovationsmanagement ein aktuelles Bedürfnis in der Gesundheitswirtschaft anspricht, zeigt die Vielzahl der Kooperationspartner, die für den Forschungsschwerpunkt Pro gewonnen werden konnten. So beteiligen sich neben der Schüchtermann-Klinik mehrere andere Gesundheitseinrichtungen, IT-Unternehmen und die Hochschule Osnabrück an dem Projekt.

 

Projektergebnisse nachhaltig verankern

Nach der Entwicklungs-, Validierungs- und Anwendungsphase (Phase 1) von IMaT erfolgt die Transferphase, die eine Überführung der Ergebnisse in die Gesellschaft vorsieht. Sie legt den Grundstein für die Nachhaltigkeit der Projektergebnisse. Das in der ersten Phase erworbene Wissen wird so aufbereitet, dass es in Studium, Lehre, Weiterbildung und Promotion zum Einsatz kommt. Dabei werden die Fächer Medizinische und Gesundheitsinformatik, BWL allgemein und im Gesundheitswesen und Software Engineering in Bachelor- und Masterprogramme der Hochschule Osnabrück gezielt um IMaT Inhalte angereichert und spezifische Weiterbildungsangebote geschaffen. Studierende besitzen darüber die Chance, ein Zertifikat zum eHealth-Innovationsberater zu erwerben. Über die Multiplikatoren u.a. eHealth.Niedersachsen und GewiNet werden die Ergebnisse in die regionale Gesundheitswirtschaft getragen, über die OECD und den gemeinsam durchgeführten Workshop auf die nationale und internationale Ebene.

Der Forschungsschwerpunkt Pro bündelt eine Vielzahl von gemeinsamen Aktivitäten der beiden Einrichtungen und institutionalisiert sie unter dem Dach des sich in der Gründung befindenden Gesundheitscampus von Hochschule und Universität Osnabrück.