Interdisziplinäre Station für Herzpatienten

Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde Interdisziplinäre Station für Herzpatienten

Bad Rothenfelde. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist in der Schüchtermann-Klinik schon seit Jahrzehnten Bestandteil der medizinischen Arbeit. Am 1. Oktober wurde in der Klinik eine interdisziplinäre Spezialstation eröffnet, auf der Herzchirurgie, Kardiologie und Anästhesie noch enger zusammenarbeiten.

„In den vergangenen Jahren hat sich in der Schüchtermann-Klinik ein Generationswechsel vollzogen. Mit vier neuen Chefärzten setzen wir unsere Strategie der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit konsequent fort“, so Prof. Dr. Michael Böckelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung.
„Bei zunehmender Komplexität der Diagnostik und Behandlung von Herzerkrankungen ist eine optimale Therapie der Patienten mittlerweile nur noch im Team zwischen Kardiologen, Kardio-Anästhesisten und Herzchirurgen möglich“, betont Prof. Dr. med. Gerold Mönnig, Chefarzt der Kardiologie.

Die Arbeit der Mediziner der Herzchirurgie und Kardiologie hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker angenähert. Während die Eingriffe in der Herzchirurgie zunehmend minimalinvasiver werden, werden die Katheterinterventionen in der Kardiologie stetig komplexer. Bereits seit einigen Jahren verfügt die Schüchtermann-Klinik daher mit zwei Hybrid-Operationssälen über komplett ausgestattete herzchirurgische OPs mit kardiologischem Herzkatheterlabor. Damit wurden optimale Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten geschaffen. Auch nach der Operation wird die Versorgung der Patienten künftig im Herzteam vorgenommen.

Über die Grenzen des eigenen Fachbereiches hinaus die richtige Entscheidung für die Patienten zu treffen: Diesem Gedanken fühlen sich die Mediziner in der Schüchtermann-Klinik verpflichtet. „Herzkrankheiten können unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsformen haben. Daher sind auch die Therapieverfahren vielfältig. Ob ausschließlich medikamentös, interventionell kardiologisch oder herzchirurgisch: Jeder Patient wird bei uns als Einzelfall mit seinen persönlichen Voraussetzungen betrachtet – im Team“, betont Prof. Dr. med. Nicolas Doll, der im April die Leitung der Herzchirurgie übernahm. Prof. Doll arbeitet dabei eng mit Prof. Dr. med. Gerold Mönnig und Dr. Erik Ortmann zusammen, der im Oktober die Leitung der Abteilung für Anästhesie übernimmt.
Auf der neuen interdisziplinären Station werden Patienten mit Verengung der Aortenklappe behandelt. Der Behandlungsschwerpunkt liegt auf der minimal-invasiven Klappenimplantation (TAVI), bei der künstliche Herzklappen besonders schonend mittels eines Katheters und ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden können. Aktuell werden im Herzzentrum bis zu 700 Transkatheter-Aortenklappenimplantationen vorgenommen. Damit zählt die Schüchtermann-Klinik zu den führenden TAVI-Zentren in Deutschland.

Eine Besonderheit der Schüchtermann-Klinik ist es, neben Diagnostik und Therapie auch die zur Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen erforderlichen Fachrichtungen unter einem Dach vorzuhalten. In der Rehabilitationsabteilung, seit April unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Reiss, werden die Patienten im Rahmen einer stationären Anschlussheilbehandlung betreut.
„Mit der Einrichtung der interdisziplinären Station haben wir dieses integrierte Versorgungskonzept erfolgreich weiter entwickelt“, so Prof. Dr. Michael Böckelmann.