Nach 25 Jahren: Prof. Warnecke verabschiedet

Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde Nach 25 Jahren: Prof. Warnecke verabschiedet

Fast bis zu seinem letzten Arbeitstag stand er noch am Operationstisch: Prof. Henning Warnecke. Im April wurde einer der wohl dienstältesten Herzchirurgen Deutschlands verabschiedet. Mehr als 25 Jahre lang hat Prof. Warnecke die Schüchtermann-Klinik mitgeprägt.

Bereits Anfang der 1980er Jahre hatte Dr. Rainer Buchwalsky, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Schüchtermann-Klinik, den Bedarf für eine eigene Herzchirurgie in Bad Rothenfelde erkannt. 1990 erhielt die damalige Klinik für Herz-Kreislauferkrankungen schließlich den Zuschlag für die Angliederung dieser Disziplin.
Zum 1. Juli 1993 übernahm Prof. Dr. med. Henning Warnecke die Leitung der Herzchirurgie in Bad Rothenfelde. Er war zuvor am Herztransplantationsprogramm der Medizinischen Hochschule Hannover beteiligt und seit 1985 leitender Oberarzt am Deutschen Herzzentrum Berlin. Dort war er zudem Stellvertreter des Ärztlichen Direktors, Prof. Dr. Roland Hetzer, unter dessen Leitung die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßerkrankungen große Geltung erlangt hatte.
Prof. Warneckes Engagement für die Schüchtermann-Klinik begann jedoch lange vor der Eröffnung. Bereits 1992 starteten am Deutschen Herzzentrum die Planungen für die neue Herzchirurgie. „Wir bauen uns eine kleine, gemütliche Herzchirurgie in Bad Rothenfelde“, lautete damals das Motto. Parallel zum gewohnten Arbeitsalltag am Deutschen Herzzentrum planten Prof. Warnecke und sein künftiges Team die neue Herzchirurgie. Insgesamt 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ihn schließlich in den Landkreis Osnabrück begleiten. Mehr als ein Dutzend von ihnen gehört noch heute zum Team der Schüchtermann-Klinik.
Die Inbetriebnahme der Herzchirurgie unter der Führung von Prof. Warnecke war ein bedeutender Schritt für die medizinische Versorgung in der Region und darüber hinaus. Vor der Errichtung mussten mehr als 700 Patienten jährlich mit der Diagnose Herz-OP in anderen Zentren operiert werden. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Schüchtermann-Klinik durch die permanente Erweiterung zu einem der größten Herzzentren Deutschlands entwickelt.
Doch nicht nur medizinisch, auch persönlich hat Prof. Warnecke die Schüchtermann-Klinik geprägt. Von Beginn an strebte er das Zusammenwachsen der ehemaligen „Schüchtermänner“ mit den „Berlinern“ an. Besonders seine ruhige, überlegte Art und sein Engagement für den Patienten haben den Arbeitsalltag in der Herzchirurgie in den vergangenen Jahrzehnten mitbestimmt.
Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Verabschiedung in kleinem Rahmen statt. Prof. Warnecke verabschiedete sich eine Video-Botschaft von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schüchtermann-Klinik. Als Überraschung wurde ihm von der Geschäftsführung ein Film mit Erinnerungen an mehr als 25 Jahre in der Schüchtermann-Klinik überreicht.