Aortenklappenstenose mit dem Ross-Verfahren behandelt

 

Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde Aortenklappenstenose mit dem Ross-Verfahren behandelt

Erstmalig sind in der Schüchtermann-Klinik zwei Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappenstenose nach dem Ross-Operations-Verfahren behandelt worden. Der komplexe Eingriff wird nur in wenigen Herzzentren in Deutschland vorgenommen.

Bei der Operation wird die geschädigte Aortenklappe durch eigene Lungenarterienklappen (Pulmonalklappen) des Patienten ersetzt. In der Regel werden Herzklappenfehler im Bereich der Aortenklappen, wenn diese nicht rekonstruiert werden können, bei jungen Patienten mittels einer mechanischen Herzklappe behandelt. Diese  bestehen vorwiegend aus Carbon und erfordern die lebenslange Einnahme blutverdünnender Medikamente, um das Entstehen von Blutgerinnseln zu verhindern. „Dieses kann durch den Ersatz der geschädigten Aortenklappe durch körpereigenes Material vermieden werden“, so Prof. Dr. Nicolas Doll, Chefarzt der Herzchirurgie in der Schüchtermann-Klinik.

In einem fünfstündigen Eingriff entfernte das zehnköpfige OP-Team um Dr. med. Michael Billion, leitender Oberarzt der Herzchirurgie, der den ersten Eingriff in der Schüchtermann-Klinik durchführte, bei beiden Patienten zunächst die geschädigte Aortenklappe und ersetzte diese durch die eigene Pulmonalklappe. Diese wurden dann durch eine entsprechende Pulmonalklappe eines Organspenders ersetzt. Nach dieser in der Region erstmaligen Operation wurden die Patienten erst auf der Intensivstation und danach etwa eine Woche auf der Normalstation versorgt. Im Anschluss folgt eine dreiwöchige medizinische Rehabilitation. „Nach diesem Eingriff können die Patienten ihre Alltag uneingeschränkt gestalten“, so Prof. Dr. Nicolas Doll.

Bei Florian Schönhoff (39) aus Georgsmarienhütte schädigte eine Scharlacherkrankung  im Kindesalter die Aortenklappe. „In den vergangenen Jahren ging es mir immer schlechter, daher habe ich mich zu diesem Eingriff entschieden. Schon kurz nach der Operation fühlte ich mich viel besser. Ich bin froh, dass ich durch diesen Eingriff nicht lebenslang auf blutverdünnende Medikamente angewiesen bin.“ Auch Sergej Leonhard (45) aus Lotte hat sich aus diesem Grund für die  ROSS-Operation entschieden. „Ich bin sehr gut informiert worden und fühle mich in der Schüchtermann-Klinik gut aufgehoben“, fügt er hinzu.

Der Eingriff kommt vorwiegend für Patienten bis zu einem Alter von 55 Jahren als Alternative zum mechanischen Aortenklappenersatz in Frage. „Aber auch für Frauen mit Kinderwunsch ist diese Behandlung eine empfehlenswerte Option zur herkömmlichen Therapie“, sagt Dr. med. Michael Billion. „Die Ross-Operation gewährleistet bei relativ geringem Operationsrisiko einen optimalen Klappenersatz mit annähernd normaler Funktion und exzellenten Langzeitergebnissen.“

Da aktuell nur sehr wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen, kommt der Organisation und Logistik im Vorfeld dieser Eingriffe eine besondere Bedeutung zu.