Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI)

TAVI steht für Transkatheter-Aortenklappen-Implantation. Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem eine neue Herzklappe eingesetzt wird, ohne dass das Brustbein geöffnet werden muss. Es wird hauptsächlich bei Aortenklappenstenosen eingesetzt, also einer Verengung der Aortenklappe, die den Blutfluss aus dem Herzen behindert.

Besonders geeignet ist das Verfahren für Menschen, bei denen eine offene Herzoperation aufgrund von Begleiterkrankungen oder höherem Lebensalter mit einem erhöhten Risiko verbunden wäre.

Unser TAVI-Zentrum an der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde ist eines von deutschlandweit derzeit 62 zertifizierten TAVI-Zentren. Mit rund 900 TAVI-Eingriffen pro Jahr zählen wir zu den großen Herzklappenzentren in Deutschland. Seit 2008 führen wir TAVI Implantation mit höchster Expertise durch und haben mittlerweile mehr als 8.500 TAVI-Eingriffe erfolgreich vorgenommen (Stand März 2026).

Minimalinvasiver Zugang zum Herzen

Im Gegensatz zum klassischen chirurgischen Aortenklappenersatz erfolgt der Eingriff bei der TAVI in den meisten Fällen über einen minimalen Zugang über die Leistenarterie. Über einen dünnen Katheter wird die neue Herzklappe bis zum Herzen vorgeschoben und dort eingesetzt.

Dieser sogenannte transfemorale Zugang ähnelt einer Herzkatheteruntersuchung und ist für die meisten Patientinnen und Patienten besonders schonend.

Sollte dieser Zugangsweg aufgrund der Gefäßsituation nicht möglich sein, stehen alternative Zugänge zur Verfügung:

  • Zugang über die Schlüsselbeinarterie (transaxillär)
  • Zugang über die Herzspitze (transapikal)

Darüber hinaus kann eine TAVI auch eingesetzt werden, wenn eine bereits früher implantierte biologische Herzklappe nicht mehr ausreichend funktioniert. In diesem Fall wird eine neue Klappe in die bestehende Prothese eingesetzt – ein Verfahren, das als Valve-in-Valve-Implantation bezeichnet wird.

Vorbereitung auf eine TAVI-Behandlung

Voruntersuchungen im Herzzentrum Bad Rothenfelde

Bevor eine Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) durchgeführt werden kann, sind mehrere Voruntersuchungen erforderlich. Diese dienen dazu, die genaue Diagnose zu sichern, den Eingriff optimal zu planen und den für Sie am besten geeigneten Zugangsweg zur Implantation der neuen Herzklappe festzulegen.

In der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde erfolgt dieses sogenannte TAVI-Screening in der Regel prästationär. Das bedeutet, dass die notwendigen Untersuchungen im Rahmen eines ambulanten Termins durchgeführt werden, ohne dass ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Ablauf Ihres Untersuchungstermins

Für das TAVI-Screening erhalten Sie einen festen Termin in unserer Klinik. An diesem Tag werden mehrere Untersuchungen durchgeführt, die für die Planung des Eingriffs notwendig sind.

Zu den Untersuchungen gehören:

  • Blutentnahme zur Bestimmung wichtiger Laborwerte
  • Elektrokardiogramm (EKG) zur Beurteilung Ihres Herzrhythmus
  • Echokardiographie (Herzultraschall) zur genauen Darstellung der Herzklappen und der Herzfunktion
  • Computertomographie (CT) der Herz- und Gefäßstrukturen, um die Anatomie der Aortenklappe und der Gefäße genau zu vermessen

Die CT-Untersuchung ist besonders wichtig, um festzustellen, ob ein minimalinvasiver Zugang über die Leistenarterie möglich ist oder ob ein alternativer Zugangsweg gewählt werden muss.

Dauer der Untersuchungen

Die verschiedenen Untersuchungen finden in der Regel am selben Vormittag statt und sind organisatorisch aufeinander abgestimmt.

Meist sind alle Untersuchungen gegen etwa 13 Uhr abgeschlossen, so dass Sie anschließend wieder nach Hause gehen können.

Planung des Eingriffs

Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Ergebnisse durch unser interdisziplinäres Heart-Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten sorgfältig ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden die optimale Therapie sowie der passende Klappentyp und Zugangsweg festgelegt.

Sie erhalten in der Regel bereits einen Termin für den geplanten Eingriff, zu dem Sie zur stationären Aufnahme wieder in unsere Klinik kommen.

Weitere Untersuchung vor dem Eingriff

In einigen Fällen ist zusätzlich eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich, um die Herzkranzgefäße genauer zu beurteilen.

Falls diese Untersuchung notwendig ist, wird sie in der Regel am Tag der Wiederaufnahme vor der geplanten TAVI-Implantation durchgeführt.

Unser Team begleitet Sie während des gesamten Prozesses und steht Ihnen jederzeit für Fragen rund um die Vorbereitung und den Ablauf der Behandlung zur Verfügung

Ablauf des Eingriffs

Die Implantation der Herzklappe erfolgt mithilfe eines speziellen Kathetersystems. Über dieses System wird die zusammengefaltete Klappenprothese bis zur Aortenklappe vorgeschoben und dort präzise positioniert.

Während des gesamten Eingriffs wird die Implantation kontinuierlich durch Röntgendurchleuchtung und Ultraschalluntersuchungen überwacht. So kann die neue Herzklappe exakt an der vorgesehenen Position eingesetzt werden.

Je nach verwendetem Klappentyp entfaltet sich die Prothese anschließend selbst oder wird mithilfe eines Ballons expandiert und sicher in der bestehenden Klappe verankert.

Nach dem Eingriff

Nach der Implantation der neuen Herzklappe erfolgt zunächst eine Überwachung auf einer spezialisierten Station. In den folgenden Tagen werden abschließende Kontrolluntersuchungen durchgeführt, darunter:

  • Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • Elektrokardiogramm (EKG)

Dank des minimalinvasiven Verfahrens können viele Patientinnen und Patienten bereits kurz nach dem Eingriff mobilisiert werden.

In der Regel ist eine Entlassung nach wenigen Tagen möglich. Anschließend erfolgt entweder die Rückkehr nach Hause oder eine Anschlussheilbehandlung bzw. Rehabilitation.

Interdisziplinäres Heart-Team

Alle TAVI-Eingriffe werden in der Schüchtermann Klinik in einem modernen Hybrid-Operationssaal durchgeführt. Dieser vereint die Ausstattung eines herzchirurgischen Operationssaals mit der Technologie eines kardiologischen Herzkatheterlabors.

Während des Eingriffs arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten eng zusammen. Gemeinsam entscheiden die Spezialistinnen und Spezialisten für jeden Patienten individuell über das optimale Behandlungsverfahren.

Diese enge Zusammenarbeit gewährleistet eine besonders sichere und hochwertige Versorgung.